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Neuigkeiten

Mit Leidenschaft für Patienten und Wissenschaft – Dr. Dr. Horst J. Koch übergibt die Leitung der Erwachsenenpsychiatrie

30.06.2026

Nach elf Jahren an der Spitze der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Heinrich-Braun-Klinikum wird Dr. med. Dr. rer. nat. Horst J. Koch, MFPM, DCPSA, MHBA, Dipl.-Ing. (FH), im Juli 2026 die Leitung der Erwachsenenpsychiatrie in neue Hände übergeben. Dem HBK bleibt er jedoch weiterhin erhalten. Künftig wird er sich verstärkt seiner Tätigkeit in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) widmen und somit auch weiterhin ambulant für die Patienten des Hauses da sein.

Seit seinem Amtsantritt im Juli 2015 hat Dr. Dr. Koch die Erwachsenenpsychiatrie des HBK nachhaltig geprägt – fachlich, strukturell und menschlich. Dabei brachte er nicht nur seine außergewöhnlich breite medizinische und wissenschaftliche Expertise ein, sondern auch eine Haltung, die von Wertschätzung, Offenheit und einem tiefen Verantwortungsgefühl gegenüber den ihm anvertrauten Menschen geprägt ist.

Der im Jahr 1958 geborene Mediziner verfügt über eine beeindruckende interdisziplinäre Qualifikation. Nach seinem Studium der Humanmedizin an den Universitäten Mainz und Reims (Frankreich) führten ihn seine beruflichen Stationen unter anderem an die Universitäten Leipzig und Regensburg sowie in die Humanpharmakologie der Firma Byk Gulden in Konstanz. Er erwarb die Facharztanerkennungen für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie sowie Klinische Geriatrie und Klinische Pharmakologie und ergänzte diese durch zahlreiche weitere Qualifikationen, unter anderem in den Bereichen Ernährungsmedizin, Sportmedizin und Toxikologie. Darüber hinaus erwarb er weitere Abschlüsse und internationale Qualifikationen, darunter einen Master of Health Business Administration und ein Diplom als Umwelttechniker. Mit seinen umfassenden Weiterbildungsermächtigungen engagierte sich Dr. Dr. Koch zudem in besonderem Maße für die Aus- und Weiterbildung des medizinischen und psychotherapeutischen Nachwuchses. Im Jahr 2007 wurde er zum Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am damaligen HELIOS Klinikum Aue berufen. Seit Juli 2015 leitet er die Erwachsenenpsychiatrie am Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum und entwickelte sie gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden konsequent weiter.

Für Menschen da sein – mit Fachlichkeit und Haltung

Zu seinem Verantwortungsbereich gehörten zuletzt über 100 Mitarbeitende aus den Bereichen Medizin, Pflege, Psychologie, Therapie und Sozialarbeit. Geschätzt wurde Dr. Dr. Koch besonders für seinen Humor, seine Hilfsbereitschaft und sein außergewöhnliches Engagement. Er hatte immer ein offenes Ohr für die Belange seiner Mitarbeitenden und förderte die Zusammenarbeit in einem multikulturellen Team. „Herr Chefarzt Dr. Koch schätzt alle Menschen sehr und setzt sein umfangreiches Wissen ein, um den Heilungsprozess jedes Patienten bestmöglich zu fördern. Sein großer Einsatz dient stets dem Wohl der Menschen. Mit viel Humor und Verständnis begegnet er den täglichen Anforderungen in unserer Klinik“, beschreibt die Pflegerische Klinikleiterin Annett Flessa sein Wirken. Auch seine langjährige Chefarztsekretärin Constanze Voigt hebt insbesondere seine Menschlichkeit hervor: „Dr. Koch vereint beeindruckende fachliche Kompetenz mit großer Menschlichkeit und Bescheidenheit. Auf ihn war immer Verlass, und sein ganzheitlicher Blick auf die Bedürfnisse der Patienten hat mich immer wieder beeindruckt.“ Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand die bestmögliche Versorgung psychisch erkrankter Menschen. Besonders am Herzen lagen ihm die Behandlung depressiver Erkrankungen und eine ganzheitliche und wertschätzende Betreuung, in die Patienten und ihre Angehörigen gleichermaßen einbezogen werden. Sein Leitgedanke dabei lautete: „Wir lassen keinen Menschen in Not mit sich allein.“ Dieses Verständnis von Medizin reichte weit über den Klinikalltag hinaus. Auch in seiner Freizeit beschäftigte er sich intensiv mit wissenschaftlichen Fragestellungen, analysierte Daten, verfolgte aktuelle Entwicklungen in internationalen Fachzeitschriften und recherchierte in medizinischen Datenbanken – stets mit dem Ziel, seinen Patienten eine Therapie auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft anbieten zu können.

Zu den prägenden Entwicklungen während seiner Amtszeit zählt insbesondere der Ausbau der PIA. Unter seiner Leitung wurden die ambulanten Versorgungsangebote deutlich erweitert – unter anderem durch Home Treatment und ambulante Gruppenangebote wie Koch- und Ergotherapie. Dadurch konnte die ambulante Versorgung psychisch erkrankter Menschen wesentlich gestärkt und das zentrale Ziel des Modellprojekts nach § 64 SGB V – „ambulant vor stationär“ – konsequent umgesetzt werden. Dr. Dr. Koch verstand Entwicklungen jedoch niemals als Einzelleistung. Vielmehr betonte er stets die Bedeutung von Kontinuität und Zusammenarbeit. Die Wertschätzung der Arbeit seiner Vorgängerinnen und Vorgänger, die behutsame Weiterentwicklung bestehender Strukturen, die Zusammenstellung eines kompetenten Teams und die Förderung der Weiterbildung der Mitarbeitenden waren ihm wichtige Anliegen. Ebenso setzte er sich für interdisziplinäres Denken und eine enge Vernetzung mit anderen Fachdisziplinen und Kliniken ein.

Wissenschaftler aus Leidenschaft – und dem HBK weiterhin verbunden

Dr. Dr. Koch zählt auch wissenschaftlich zu den profiliertesten Vertretern seines Fachs. Seine klinisch-wissenschaftlichen Interessen reichen von Neurophysiologie und Gerontopsychiatrie über klinische Pharmakologie und Sportmedizin bis hin zu medizinischer Epidemiologie und biometrischen Verfahren. Er veröffentlichte mehr als 400 wissenschaftliche Publikationen und rund 300 Kongressbeiträge. Zudem engagierte er sich in zahlreichen Fachgesellschaften und war bzw. ist als Gutachter und Mitglied von Herausgebergremien renommierter nationaler und internationaler Fachzeitschriften tätig.

Dennoch sind es für ihn vor allem die Begegnungen mit Menschen, die seine Zeit am Heinrich-Braun-Klinikum geprägt haben. Menschen, die trotz schwerer Krisen ihre Zuversicht und Lebensfreude wiedergefunden haben, erfüllen ihn mit Demut und großer Hochachtung. Aber auch die kleinen Momente des Alltags – eine freundliche Begrüßung, ein gutes Gespräch oder eine humorvolle Bemerkung – sind es, die für ihn die besondere Qualität des Miteinanders ausmachen. Dass er dem HBK weiterhin erhalten bleibt, ist für ihn nur folgerichtig. „Ich bin Arzt geworden, um Menschen zur Seite zu stehen. Diese Verantwortung endet für mich nicht mit der Berentung“, sagt er. Auch künftig möchte er dazulernen, sich neuen Herausforderungen stellen und sein Wissen aktuell halten. Er könne sich sehr gut das Modell eines „Aktivrentners“ vorstellen.

Neben seiner Tätigkeit in der PIA freut sich Dr. Dr. Koch auf mehr gemeinsame Zeit mit seiner Frau, auf Konzert-, Ausstellungs- und Kinobesuche sowie auf seine sportlichen Aktivitäten und auf neue Forschungsprojekte. Ihm werde es nicht an Ideen mangeln, sagt er selbst. Und was möchte er seinen Kolleginnen und Kollegen mitgeben? Seine Antwort ist ebenso schlicht wie zeitlos: Offen bleiben für die Leichtigkeit des Lebens, anderen geduldig zuhören, nicht nachtragend sein und – frei nach Goethe – „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ Mit der Übergabe der Chefarztfunktion endet daher kein Kapitel, sondern es beginnt ein neues. „Wir danken Herrn Dr. Dr. Horst J. Koch herzlich für sein langjähriges, außerordentliches Engagement, seine fachliche Exzellenz und seine Menschlichkeit. „Herr Dr. Dr. Koch hat die Erwachsenenpsychiatrie unseres Hauses über viele Jahre hinweg mit hoher fachlicher Kompetenz, wissenschaftlicher Neugier und großem persönlichen Engagement geprägt. Für seinen außerordentlichen Einsatz danken wir ihm sehr herzlich. Es ist ein großes Glück für unser Klinikum, dass er seine Expertise auch künftig in der Psychiatrischen Institutsambulanz einbringen wird“, freut sich Geschäftsführer Rüdiger Glaß.