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Neuigkeiten

Lungenkrebs-Screening in Südwestsachsen

03.07.2026

Klinikum Chemnitz und Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau setzen gemeinsam neues Vorsorgeangebot für Menschen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko um.

Grafik von Lungenkrebs
Das Lungenkrebs-Screening ist ein neues Vorsorgeangebot für Menschen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko. © Sebastian Kaulitzki - Shutterstock

Chemnitz/Zwickau – Mit dem Start des Lungenkrebs-Screenings wird ein neues Angebot der qualitätsgesicherten Krebsfrüherkennung in der Region geschaffen. Auch das Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau und das Klinikum Chemnitz kooperieren innerhalb des Prozesses. Die Untersuchung ist für Personen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel des Screenings ist es, Lungenkarzinome möglichst frühzeitig zu erkennen – in einem Stadium, in dem sie häufig noch gut behandelbar oder heilbar sind.
 
Das Angebot richtet sich an Raucherinnen und Raucher und ehemalige Rauchende ohne bisherige Symptome für Lungenkrebs. Ob die Voraussetzungen für eine Untersuchung erfüllt sind, ist auf der Webseite www.lungenkrebsscreening-sachsen.de nachzulesen. Erster Anlaufpunkt für das Screening sind Hausärztinnen und Hausärzte sowie entsprechend qualifizierte niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte – insbesondere aus Innerer Medizin, Pneumologie und Arbeitsmedizin. Dort werden die Anspruchsvoraussetzungen geprüft, die vorgeschriebene ärztliche Aufklärung über Nutzen und Risiken des Screenings durchgeführt und bei erfüllten Kriterien die Überweisung zur Untersuchung bei Radiologinnen und Radiologen ausgestellt. Eine gesonderte Einladung durch die Krankenkassen erfolgt nicht.
 
Am Klinikum Chemnitz stehen für das Screening Expertinnen und Experten bereit. Die radiologischen Teams der Poliklinik Chemnitz und der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Chemnitz führen zukünftig die NDCT-Untersuchungen und die Erstbefundung durch. Bei unklaren, auffälligen oder grenzwertigen Befunden übernehmen qualifizierte Radiologinnen und Radiologen des Klinikums Chemnitz zudem die Zweitbefundung für die Gesundheitsregion Südwestsachsen. Das Lungenkrebszentrum Chemnitz ist in den anschließenden diagnostischen und klinischen Pfad eingebunden: Seine Expertinnen und Experten beraten interdisziplinär, wie bei auffälligen Befunden weiter vorgegangen werden sollte. Das Vorsorgeangebot soll flächendeckend für Südwestsachsen gemeinsam mit den Fachkolleginnen und -kollegen des Heinrich-Braun-Klinikums in Zwickau umgesetzt werden.
 
Auch das Heinrich-Braun-Klinikum bereitet sich mit dem Aufbau der notwendigen Strukturen darauf vor, ab Herbst eine zentrale Rolle im Lungenkrebsscreening der Region zu übernehmen. Geplant ist, das Screening über die Radiologische Praxis der HBK-Poliklinik in Kirchberg durchzuführen und für unklare oder auffällige Befunde eine qualifizierte Zweitbefundung über das Institut für Radiologie des HBK anzubieten. Parallel dazu wird die Zertifizierung des Lungenkrebszentrums vorbereitet, die ebenfalls für Herbst avisiert ist. Damit sollen künftig alle Schritte – von der Früherkennung über die weiterführende Diagnostik bis hin zu einer möglichen Therapie – im HBK-Unternehmensverbund in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit begleitet werden können. Ziel ist eine durchgängige, patientenorientierte Versorgung mit kurzen Wegen und abgestimmten Behandlungsabläufen.
 
Trotz eigenständiger Angebote im Bereich des Lungenkrebsscreenings streben das Klinikum Chemnitz und das Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau eine enge Zusammenarbeit an. Durch die Bündelung von Expertise und den fachlichen Austausch sollen hohe Qualitätsstandards entlang der gesamten Versorgungskette sichergestellt werden, um für Patientinnen und Patienten eine bestmögliche, wohnortnahe Versorgung zu ermöglichen.
 
„Je früher ein Lungenkarzinom erkannt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Behandlungsmöglichkeiten. Entscheidend ist ein verlässliches Zusammenspiel von Screening, qualitätsgesicherter Befundung und klaren Empfehlung zum weiteren Vorgehen. Dafür haben wir in Chemnitz die notwendigen Strukturen und Prozesse etabliert“, sagt Prof. Dr. Dieter Fedders, Chefarzt im Institut für Radiologie und Neuroradiologie am Klinikum Chemnitz.
 
„Mit dem Aufbau unseres Lungenkrebszentrums schaffen wir in Zwickau die Voraussetzungen, Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Versorgungspfades zu begleiten – von der Früherkennung über die weiterführende Diagnostik bis hin zur individuellen Therapieplanung und Nachsorge. Das Lungenkrebs-Screening ist dabei ein wichtiger Baustein, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und Betroffene schnell in eine strukturierte Versorgung zu überführen. Die enge Zusammenarbeit stärkt zusätzlich die medizinische Qualität und den fachlichen Austausch über Klinikstandorte hinweg“, sagen Dr. med. Reinhold Müller und Dr. med. Mirko Esche vom HBK-Lungenkrebszentrum.
 
„Als Kooperationspartner bringen wir uns in den Prozess des Lungenkrebs-Screenings ein. Entscheidend ist, dass medizinische Qualität, klare Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zusammenkommen. Genau dafür stehen wir als Klinikum gemeinsam mit unseren Partnern in Südwestsachsen“, sagt Prof. Dr. Martin Wolz, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz. „Das interdisziplinäre Team des Lungenkrebszentrums Chemnitz steht bereit, wenn aus einem auffälligen Screeningbefund eine weiterführende diagnostische oder therapeutische Abklärung notwendig wird. So kann eine früh erkannte Erkrankung strukturiert und zügig in die weitere Versorgung überführt werden“, ergänzen Prof. Dr. Stefan Hammerschmidt und Dr. Sven Seifert vom Lungenkrebszentrum.
 
„Das Screening auf Lungenkrebs zeigt sehr gut, welchen Mehrwert regionale Vernetzung in der Gesundheitsversorgung hat. Wenn ambulante und stationäre Partner, fachliche Kompetenz und koordinierende Strukturen frühzeitig zusammenwirken, entsteht ein Angebot, das den Menschen in der Region unmittelbar zugutekommt“, sagt Henriette Auerswald, Regionalmanagerin der Gesundheitsregion Südwestsachsen. Zur Unterstützung der regionalen Umsetzung wurde eine Schulung für zuweisende Ärztinnen und Ärzte entwickelt, die bereits bei der Sächsischen Landesärztekammer akkreditiert ist. Unterstützt wird die Fortbildung vom Landesverband Sachsen des Berufsverbandes der Deutschen Radiologie (BDR) sowie von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS). Darüber hinaus übernimmt das Klinikum Chemnitz als Partner in der Gesundheitsregion Südwestsachsen eine wichtige Koordinierungs- und Vernetzungsfunktion für die Region.
 
Unter www.lungenkrebsscreening-sachsen.de stehen gebündelte Informationen für Versicherte sowie für zuweisende Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung. Ergänzend finden sich dort Hinweise und Angebote zur Rauchentwöhnung.
 


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