Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

Wegbegleiter für Neugeborene gesucht

06.10.2020

Kuscheln für die Gesundheit: mitunter gibt es Neugeborene am HBK, die aufgrund der familiären Situation keinen leichten Start ins Leben haben und zunächst ohne feste Bezugsperson auskommen müssen. Ein Umstand, der sich sowohl kurz- als auch langfristig negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirken kann. Um dem Defizit von Körperkontakt und Zuwendung zu begegnen, sucht das Kinderzentrum, gemeinsam mit dem Verein Lebenshaus e.V., Familiengesundheitspaten für die allerkleinsten Patienten.

Nähe und Geborgenheit für Neugeborene schenken...
Nähe und Geborgenheit für Neugeborene schenken...
...als Familiengesundheitspate des Lebenshaus e.V.
...als Familiengesundheitspate des Lebenshaus e.V.

Seit 2020 wird im Landkreis Zwickau das Modellprojekt Familiengesundheitspaten adaptiert, eine Maßnahme, welche in anderen sächsischen Regionen bereits erfolgreich etabliert wurde. Im Mittelpunkt des durch das Sozialministeriums 2011 gestarteten Projektes steht der Einsatz geschulter, ehrenamtlicher Familiengesundheitspaten insbesondere für Familien mit Kindern bis drei Jahren, aber auch darüber hinaus.
„Die Familiengesundheitspaten engagieren sich im Alltag der Kinder, sofern dies von den Angehörigen gewünscht wird. Eine kleine, seit 2019 aber ansteigende Gruppe Neugeborener muss jedoch auf Angehörige mitunter ganz verzichten und die erste Zeit ihres Lebens ohne intensive Bindungserfahrung bewältigen“, erzählt Sophia Krumbholz, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin am Kinderzentrum des HBK. Im Gespräch mit Jens Voigtländer aus dem Netzwerk Kindeswohl und dem Projektpartner Lebenshaus e.V. aus Lichtenstein, entstand deshalb die Idee zu diesem speziellen Patenanliegen: „Wir suchen Paten zum Kuscheln für Neugeborene, deren Mütter und Angehörige sich nicht selbst um die Kinder kümmern können, wollen oder dürfen und deren Perspektive nach der Entlassung zunächst ungeklärt ist. Oftmals handelt es sich dabei um Kinder mit Risikofaktoren wie beispielsweise einer Frühgeburt oder Entzugssymptomen aufgrund von Drogenkonsum während der Schwangerschaft, die einen längeren Zeitraum – durchaus bis zu vier Wochen – in der Klinik verbringen“, erläutert Sophia Krumbholz. Zwar werden die Neugeborenen fürsorglich medizinisch und pflegerisch betreut während des Aufenthaltes in der Neonatologie und Kinderintensivmedizin, die Bindung mit einer festen Bezugsperson kann dies jedoch nicht ersetzen. Dabei ist gerade diese Nähe, Zuwendung und Geborgenheit für die Neugeborenen immens wichtig, um zum Beispiel Entzugssymptome besser bewältigen zu können. Positive Körpererfahrungen in den ersten Lebenstagen – oder eben das Fehlen dieser – kann sich auf die ganze Zukunft der kleinen Menschen auswirken. Deshalb nun der Aufruf nach engagierten Paten, die gern Zeit mit diesen Neugeborenen verbringen möchten. Dabei ist jede Stunde kostbar, egal ob ein bestenfalls täglicher oder nur wöchentlicher Besuch auf der Station ermöglicht werden kann.
Um für das Ehrenamt in Frage zu kommen, muss man Volljährig sein und über einen ausreichenden Impfstatus verfügen, zudem wird ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Auch Erfahrungen im Umgang mit Kindern sind von Vorteil. Nach einem positiven Eignungsgespräch erfolgt zudem eine bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung der Familiengesundheitspaten über den Lebenshaus e.V. Sie haben Interesse? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit der Koordinatorin Frau Demmler auf.

„Kinder stärken – Wegbegleiter werden“
Das Projekt muss zum Teil aus eigenen Mitteln finanziert werden. Keine leichte Aufgabe für einen gemeinnützigen Verein. Deshalb hat der Lebenshaus e.V. eine Crowdfundingaktion gestartet. Unter www.99funken.de/lebenshaus werden bis 02.11.2020 Spenden für das Patenprojekt gesammelt. Mit den Spenden wird dazu beigetragen, dass weitere wertschätzende Beziehungen insbesondere im Landkreis Zwickau entstehen können und damit unterstützend an einer gesunden Entwicklung von Kindern mitgewirkt!

Projekt Familiengesundheitspaten
Unter uns leben viele Menschen, die sich Unterstützung, Ermutigung und Wegbegleitung wünschen: Alleinerziehende Mütter und Väter, Familien mit wenig sozialem Netzwerk, schwangere Frauen und junge Eltern sowie Kinder aus Pflegefamilien und Wohngruppen. Diese Kinder in ihrer gesundheitlich-sozialen Entwicklung durch persönliche Wegbegleiter zu stärken, ist das Ziel des Projektes „Familiengesundheitspaten“. Die ehrenamtlichen Paten sind feste Bezugspartner für das Kind und seine Familie. In regelmäßigen Kontakten schenken sie Zeit, Aufmerksamkeit, positive Erfahrungen, Wissen und Ermutigung. Das Patenprojekt richtet sich an alle Familien aus dem Landkreis Zwickau. Die zeitliche und inhaltliche Ausgestaltung ist dabei ganz individuell. Mit fachlicher Vermittlung, Schulung, Beratung, Supervision, Begleitung und gemeinsamen Aktionen gestaltet der Verein Lebenshaus. das Projekt. Die Maßnahme ist gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Weitere Informationen zum Patenprojekt unter:  www.lebenshaus.org


Ansprechpartner

Lebenshaus e.V. | Anne Demmler | Telefon: 037204 60-9000


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