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Moderne Robotik trifft operative Erfahrung: HBK führt roboterassistierte Chirurgie in der Knie-Endoprothetik ein
21.09.2026In der Klinik für Orthopädie kommen ab sofort moderne robotisch assistierte Operationssysteme bei der Implantation von Knieprothesen zum Einsatz. Die Technologie unterstützt die Operateure dabei, die Positionierung der Prothesenkomponenten anhand der individuellen Anatomie und der während der Operation erhobenen Daten präzise zu planen und umzusetzen.
Immer mehr Menschen benötigen im Laufe ihres Lebens einen künstlichen Gelenkersatz. Besonders häufig betroffen ist das Knie: Fortschreitender Gelenkverschleiß kann Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Gleichzeitig entwickeln sich die Möglichkeiten der Knie-Endoprothetik kontinuierlich weiter. Im zertifizierten EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung des HBK kommt deshalb seit September zunächst das moderne robotisch assistierte Operationssystem VELYS™ bei der Implantation von Knieprothesen zum Einsatz. Die Klinik für Orthopädie implantiert jährlich rund 700 Knie-Endoprothesen und verfügt damit über umfangreiche Erfahrung in der operativen Versorgung des Kniegelenks. Nun wird die etablierte operative Expertise um eine digitale, robotisch assistierte Technologie ergänzt.
Individuelle Anatomie im Mittelpunkt
Das robotisch assistierte Operationssysteme unterstützt den Operateur dabei, die Implantation einer Knie-Endoprothese anhand der individuellen anatomischen und funktionellen Gegebenheiten des Patienten zu planen und umzusetzen. Dafür werden während der Operation relevante anatomische Daten erfasst. Das System liefert unter anderem Informationen zur Beinachse, zur Beweglichkeit des Kniegelenks und zur Weichteilbalance.
Auf dieser Grundlage kann der Operateur die Positionierung der Prothesenkomponenten überprüfen und während des Eingriffs individuell anpassen. Auch bei der Umsetzung der geplanten Knochenresektionen unterstützt das System. Das derzeit am HBK in der Evaluation befindliche VELYS™ arbeitet dabei bildfrei. Für die robotische Unterstützung ist keine präoperative CT-Untersuchung erforderlich. Die notwendigen anatomischen Daten werden direkt während der Operation erfasst. „Bei der Knie-Endoprothetik geht es darum, die Prothese möglichst präzise an die individuellen Voraussetzungen des Patienten anzupassen. Das Roboter-System gibt uns dafür zusätzliche Informationen direkt während der Operation und unterstützt uns bei der Umsetzung unserer Planung“, erklärt Prof. Dr. med. Eric Röhner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie.
Moderne Robotik trifft operative Erfahrung
Eine Besonderheit am HBK: Die Einführung der neuen Technologie trifft auf bereits vorhandene praktische Erfahrung. Dr. med. Ivan Marintschev, seit Juli diesen Jahres Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, hat bereits an seiner vorherigen Klinik mit dem Knie-Roboter gearbeitet und wird auch zukünftig als Haupt-Operateur im Endoprothetikzentrum unterstützen. „Ich kenne das System und habe rund 70 Eingriffe mit VELYS™ durchgeführt. Diese Erfahrung können wir jetzt unmittelbar bei der Einführung am HBK nutzen. Das erleichtert den Einstieg und ermöglicht es uns, die roboterassistierte Knie-Endoprothetik von Beginn an sinnvoll in die bestehenden Abläufe zu integrieren“, sagt Dr. med. Marintschev. Damit arbeiten in Zwickau zukünftig zwei Chefärzte aus Orthopädie und Unfallchirurgie mit dem System. Die fachübergreifende Expertise ist insbesondere bei Patienten mit komplexen anatomischen Voraussetzungen oder vorausgegangenen Verletzungen des Kniegelenks von Bedeutung.
Robotische Unterstützung – der Operateur bleibt entscheidend
Das VELYS™ ist kein autonomer Operationsroboter. Das System führt die Operation nicht selbstständig durch, sondern unterstützt den Operateur mit zusätzlichen Daten und einer kontrollierten technischen Führung. Die medizinischen Entscheidungen und die Verantwortung für den Eingriff bleiben jederzeit beim Operateur. „Moderne Robotik ist für uns kein Selbstzweck. Sie ist eine zusätzliche Möglichkeit, unsere operative Arbeit weiterzuentwickeln. Entscheidend ist die Verbindung aus moderner Technologie, sorgfältiger Planung und der Erfahrung des Operateurs“, betont Prof. Dr. med. Röhner. „Wir wollen uns die Möglichkeiten, die moderne Technologien bieten, genau anschauen. Mit dem VELYS™-System sammeln wir zunächst Erfahrungen und werden auch weitere Systeme evaluieren. Entscheidend ist für uns, am Ende auf Basis dieser Erfahrungen die Technologie auszuwählen, von der unsere Patienten am meisten profitieren.“
Weiterentwicklung der Knie-Endoprothetik am HBK
Als zertifiziertes EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung verfügt das Zwickauer Klinikum über spezialisierte Strukturen und umfangreiche Erfahrung in der Versorgung von Patienten mit Erkrankungen und Schäden der großen Gelenke. Neben der primären Implantation von Knie- und Hüftprothesen gehört auch die Behandlung komplexer Fälle und die Revisionsendoprothetik zum Leistungsspektrum. Mit der Einführung der roboterassistierten Knie-Endoprothetik erweitert das HBK sein Leistungsspektrum. Ziel bleibt dabei eine individuell abgestimmte, präzise und qualitätsgesicherte Versorgung – getragen von erfahrenen Operateuren und ergänzt durch moderne technologische Möglichkeiten.