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Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

10. Zwickauer Schlaganfalltag klärt umfassend über das Krankheitsbild auf

03.05.2022

Betroffene und Angehörige sind am Mittwoch, dem 11. Mai 2022, herzlich ins Zwickauer Rathaus eingeladen, um ab 14.00 Uhr den Vorträgen zum Thema Schlaganfall zu folgen. Im Vorfeld präsentieren sich ab 13.00 Uhr auch wieder zahlreiche Aussteller.

Starke Kopfschmerzen und ein herabhängender Mundwinkel können u.a. ein Alarmzeichen für einen Schlaganfall sein.
Starke Kopfschmerzen und ein herabhängender Mundwinkel können u.a. ein Alarmzeichen für einen Schlaganfall sein.
Dr. med. Merkelbach, Chefarzt der Klinik für Neurologie beantwortet Fragen rund um den Schlaganfall
Dr. med. Merkelbach, Chefarzt der Klinik für Neurologie beantwortet Fragen rund um den Schlaganfall

Interview über das Krankheitsbild Schlaganfall

Das Thema Schlaganfall geht alle an: ob als Betroffener, Angehöriger, Freund oder Ersthelfer – einen Schlaganfall schnell erkennen und bei Verdacht umgehend den Rettungsdienst informieren, ist essenziell für die weitere Behandlung des Patienten. Die Einleitung der Akutversorgung ist entscheidend für den Erhalt von Nervenzellen. Deshalb gilt beim Schlaganfall: ‚Time is brain‘ (‚Zeit ist Gehirn‘). Im nachfolgenden Interview geht Chefarzt Dr. med. Stefan Merkelbach, Chefarzt der Klinik für Neurologie am HBK, auf die wichtigsten Aspekte des Krankheitsbildes ein.
 
Was genau versteht man unter Schlaganfall?
Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Nervenzellen erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, sodass sie absterben. Es wird unterschieden zwischen ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfall. Der ischämische Schlaganfall ist die häufigste Art von Hirnschlag. Das Gehirn wird nicht mehr genug durchblutet, meist bedingt durch ein Blutgerinnsel, das ein Hirngefäß verstopft. Beim hämorrhagischen Schlaganfall werden die Symptome aufgrund einer Hirnblutung ausgelöst.
 
Welche Risikofaktoren gibt es?
Das Alter und genetische Voraussetzungen können zu einem erhöhten Schlaganfall-Risiko führen. Diese Faktoren sind nicht beeinflussbar. Aktiv verringert werden können hingegen Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, Übergewicht und Bewegungsmangel. Diese Einflussfaktoren fördern u. a. die Arterienverkalkung, was zur Ansammlung von Ablagerungen führen kann. Die Folge: Gefäße verengen sich, es können sich Blutgerinnsel bilden und Hirngefäße verschließen. Bei jüngeren Patienten finden sich noch weitere, meist entzündliche Gefäßerkrankungen. Auch Herzveränderungen, vor allem Herzrhythmusstörungen sollten beachtet werden, denn etwa ein Drittel aller Schlaganfälle entsteht als Folge eines Gerinnsels, welches aus dem Herzen zum Gehirn gelangt.
 
Wie können Außenstehende einen Schlaganfall erkennen?
Mögliche Alarmzeichen können u. a. ein herabhängender Mundwinkel sein, Lähmungen von Arm und Bein einer Körperseite oder halbseitige Taubheitsempfindungen, verschwommenes Sehen, Sprachstörungen, sehr starke Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl. Art und Intensität solcher neurologischen Störungen und Ausfälle können unterschiedlich ausgeprägt sein, je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist.
 
Wie reagiert man richtig bei Verdacht auf einen Schlaganfall?
Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Bei Verdacht muss sofort der Rettungsdienst über die 112 gerufen werden. Die ersten Stunden sind entscheidend, um Zellschäden im Gehirn zu minimieren. Für Patienten, die innerhalb eines Zeitfensters von 4,5 Stunden ab Beginn der Symptome eingeliefert und entsprechend untersucht werden, stehen effektivere Möglichkeiten der Schlaganfall-Behandlung zur Verfügung. Bei einem Verschluss der großen Schlagadern ergeben sich für wenige Zentren in Sachsen – Dresden, Leipzig, Chemnitz und in Zwickau das HBK – weitere, aufwändige, aber sehr effiziente Möglichkeiten einer Gefäßwiedereröffnung mit Kathetertechniken, dies z. T. bis zu 24 Stunden nach Symptombeginn. Generell gilt es aber, keine Zeit zu verlieren.
 
Kündigt sich ein Schlaganfall bereits im Voraus an?
Vor einem eintretenden Hirnschlag kann es bereits zu einer vorübergehenden Minderdurchblutung im Gehirn kommen. Die Symptome sind die gleichen wie bei einem Schlaganfall, jedoch verschwinden diese Anzeichen innerhalb von 24 Stunden wieder. Es sollte in diesem Fall nicht gezögert, und ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.
 
Wie sieht die Behandlung nach Schlaganfall im Krankenhaus aus?
Die Akutbehandlung sollte im besten Falle auf einer sogenannten Stroke Unit, eine Spezialabteilung für Schlaganfallpatienten, im Krankenhaus stattfinden. Ziel der Stroke Unit ist die möglichst rasche und umfassende Klärung der Schlaganfall-Ursache und die darauf basierende gezielte Behandlung. Sofern möglich, sollte eine Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes – wie oben abgesprochen ohne Zeitverzug angestrebt werden. In der Stroke Unit werden Patienten von einem speziell geschulten Team umfassend betreut – von der Akuttherapie über die frühe Rehabilitation (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie) bis hin zur sozialdienstlichen Unterstützung. Je nach Art des Schlaganfalls wird die für den einzelnen Patienten optimale, zum Beispiel medikamentöse Dauertherapie festgelegt. Mögliche Maßnahmen sind gerinnselauflösende Medikamente, Operationen oder interventionelle Behandlungen an den zum Gehirn ziehenden Gefäßen. Bei Herzerkrankungen muss gemeinsam mit den Herzspezialisten die günstigste Behandlung gefunden werden. Bei Hirnblutungen ist zu entscheiden, inwieweit konservativ behandelt wird – bei meist kleineren Hirnblutungen – oder eine neurochirurgische Operation erfolgen muss.
 


Ansprechpartner

HBK-Unternehmenskommunikation, Tel. 0375 51-2470


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