Der 8. Schlaganfalltag in Zwickau lockt erneut zahlreiche Besucher an

14.05.2018

Am Mittwoch, dem 9. Mai 2018, fand zum achten Mal der jährliche Schlaganfalltag im Bürgersaal der Stadt Zwickau statt. Wie jedes Jahr kamen viele Besucher der Einladung von den Selbsthilfegruppen aus Zwickau und Meerane/Crimmitschau sowie des HBK nach, dieses Jahr herrschte mit über 120 Interessierten wieder ein freudiger Besucherandrang. Neben den Fachvorträgen konnten sich die Besucher untereinander sowie mit Selbsthilfegruppen und anderen Ausstellern austauschen.

Wie jedes Jahr sind zahlreiche Besucher erschienen
Bei der Eröffnung der Vorträge hörten die Besucher fokussiert Dr. Findeiß zu ...
Dr. med. Merkelbach erläutert die Vorteile der Telemedizin bei Schlaganfällen
Dr. med. Stefan Merkelbach (links im Bild) und Robert Pusch (rechts) am Stand ...
Nach der Veranstaltung stehen Klaus-Dieter Buchelt (links im Bild) und Dr. med. ...
Ab 12.00 Uhr öffnete der Bürgersaal seine Türen für die Interessierten, welche sich aus Patienten, Angehörigen, aber auch angehenden Pflegefachkräften zusammensetzten. Wie in den vergangenen Jahren konnten die Besucher in Kontakt zu diversen Ausstellern der Gesundheitsbranche treten und im persönlichen Gespräch Anliegen, Sorgen und Erfahrungen besprechen. Der Verein „Gesundheit für alle“ e.V. sorgte rund um die Veranstaltung für das leibliche Wohl der Besucher und beriet zu persönlichen Problemen der Schlaganfallpatienten.

Pünktlich um 14.00 Uhr wurde die offizielle Informationsveranstaltung von Klaus-Dieter Buchelt, Sprecher der Zwickauer Selbsthilfegruppe „Schlaganfall“, eröffnet. Den Einstieg in die Vorträge übernahm Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau. Sie stellte die innovative und umfängliche Hilfe, welche in der Stadt Zwickau den von Schlaganfällen betroffenen Patienten geboten wird, in den Vordergrund. Insbesondere lobte sie die Selbsthilfegruppen und die neurologischen Abteilungen des HBK: „Dank der Beteiligung der Selbsthilfegruppen und mit der ansässigen Klinik für Neurologie des HBK können wir heute mit Stolz sagen, dass wir keine Provinz sind, wenn es um die Thematik Schlaganfall geht. Wir stehen den Großstädten, wie Leipzig und Dresden, kein Stück nach.“  Zudem lobte sie die Anwesenheit vieler junger Interessierter, welche die Vorträge mit verfolgten. Dr. Findeiß betonte hierbei, dass die Thematik Schlaganfall nicht nur die älteren Mitbürger tangiert, mit den jährlichen Vorträgen werden wichtige und interessante Themen aufgegriffen, welche jüngere und ältere Mitbürger betreffen.

Im Anschluss übernahm Dr. med. Stefan Merkelbach, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie des HBK, das Wort. In seinem Vortrag, über die „Neuen Entwicklungen in der Schlaganfallversorgung“, referierte er über medizinische Details und die klinische Versorgung bei Schlaganfällen. Hierbei stellte er die Vielfalt von Schlaganfallarten hervor. Wichtig war ihm, dass Schlaganfälle nicht nur ein Krankheitsbild der älteren Bevölkerung sind. Auch junge Menschen, sollten sich mit der Thematik auseinandersetzen, um präventive Maßnahmen zu ergreifen und sich im Ernstfall richtig zu verhalten.

Einen weiteren Schwerpunkt seines Vortrages legte er auf die sogenannte „Schlaganfallkette bei Notfällen“. Hierbei stellte Dr. med. Merkelbach die Dringlichkeit und das umgehende Handeln in den Vordergrund. „Bei einem Schlaganfall zählte jede Sekunde! Je schneller der Patient in ein Krankenhaus mit Stroke Unit, also einer spezialisierten Schlaganfallstation, eingeliefert wird, desto größer sind die Chancen, gesundheitliche Einschränkungen zu minimieren“, so der Neurologe. Im Zuge dessen betone er, dass man sich nicht scheuen soll, den Notruf umgehend zu wählen. Wichtig hierbei ist es, nicht nur die fünf W´s bei Notrufen zu beachten – also: WO ist es passiert?  WAS ist passiert? WIE viele Betroffene?  WELCHE Art von Verletzung? Und das WARTEN auf Rückfragen – sondern auch darauf zu verweisen, dass die Symptomatik eines Schlaganfalles vorliegt und seit wann die Symptome auftreten.

Zum Ende seines Vortrages weist Dr. med. Merkelbach auf die Möglichkeiten der Telemedizin hin. Infolge der technischen Neuerung werden Patienten und Ärzte anderer Krankenhäuser mit den Telemedizinern verbunden und es wird in Echtzeit eine Hilfestellung bei der Befunderstellung sowie Behandlung gegeben. Somit wird dem Zeitverlust entgegen gewirkt, da beispielsweise Transportwege entfallen. Dieses Angebot der Telemedizin wird in Sachsen von fünf Krankenhäusern gestellt, eines davon ist das HBK.
 
Im Folgenden trat Dr. Klaus Richter von der DEKRA auf die Bühne. Im Zuge seines Vortrages stellte er die Problematik vor, welche auftritt, wenn Patienten nach einem Schlaganfall weiter im Straßenverkehr teilnehmen möchten. Er machte deutlich, dass man nicht automatisch aus dem Straßenverkehr ausgeschlossen wird, wenn man einem Schlaganfall unterlag. Jedoch sollte man sich über die Folgen Gedanken machen, welche mit einem solchen Krankheitsbild einhergehen. Er stellte deutlich heraus, dass man sich in der Lage fühlen muss, einen Kraftfahrzeug zu führen. Sollte dies nach einem Schlaganfall nicht der Fall sein, sollte man die Möglichkeiten einer Fahrtauglichkeitsprüfung nutzen. Als Beispiel führte er an, dass Fahrschulen in Zwickau Simulatoren anbieten. Mit diesen kann man eine unabhängige Fahrtauglichkeitsprüfung durchführen, ohne sich und andere Menschen zu gefährden.

Die Pause nutzen die Besucher um mit den Referenten und Ausstellern über persönliche Angelegenheiten zu sprechen. So stand Dr. med. Merkelbach den Besuchern beratend zur Seite und fand Zeit für ein kurzes Interview mit der Freien Presse. In diesem machte er nochmals auf die Wichtigkeit des Themas deutlich. Er betonte, dass eine Aufklärung zu Schlaganfällen in der Öffentlichkeit von Nöten sei.

Anschließend stellte Stefan Stricker von der Deutschen Stiftung Schlaganfall-Hilfe e.V. das ehrenamtliche Modell der Schlaganfallhelfer vor. Er warb um die Mitarbeit in Selbsthilfegruppen und die Stärkung des Ehrenamtes. Folgend berichtete Robert Pusch, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie des HBK, über die Folgen von Depression nach einem Schlaganfall und die Möglichkeiten der klinischen Behandlung.

Zum Abschluss konnten die Besucher in großer Runde Fragen stellen, welche von den Referenten beantwortet wurden. Dies wurde dankend von den Besuchern angenommen. Abschließend sagte eine Angehörige: „Es war nicht nur ein informativer Tag heute. Durch das persönliche Gespräch konnte ich meine Sorgen vortragen. Dr. med. Merkelbach hat mir beigestanden und Mut zugesprochen. Es ist wirklich eine gute Sache“.  Auch Klaus-Dieter Buchelt von der Zwickauer Selbsthilfegruppe „Schlaganfall“ war sehr positiv gestimmt: „Der Tag heute war, wie in den vergangenen Jahren auch, ein voller Erfolg! Wir konnten heute vielen Menschen helfen und sicher werden sich einige Patienten nun unbeschwerter den Selbsthilfegruppen zuwenden.



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