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Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

Patientensicherheit mit öffentlichem Fokus

15.09.2021

Auch dieses Jahr zum 17. September 2021 ruft das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. den Internationalen Tag der Patientensicherheit aus. Unter Beteiligung von zahlreichen Gesundheitseinrichtungen wird bundesweit versucht den öffentlichen Fokus auf die Patientensicherheit zu richten. Eine Aktion an der sich auch das HBK sowie die Medizinischen Versorgungszentren der HBK-Poliklinik beteiligen und ab Freitag Informationsmaterial bei der Aufnahme an die Patienten ausgeben.

Seit Jahren wird Mitte September die Patientensicherheit vom Aktionsbündnis in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Unter dem Motto „Sicher vom ersten Atemzug an" wird Augenmerk auf die Sicherheit der kleinsten Patienten im Krankenhaus gerichtet. Zugleich wird dieses Jahr auch das Krankheitsbild der Sepsis genauer betrachtet. Denn Patientensicherheit ist unverzichtbar – überall, immer, für jeden Menschen von Geburt an bis ins hohe Alter. Das Thema Patientensicherheit ist zentral für ein funktionierendes Gesundheitswesen, da jede vermiedene Patientenschädigung Betroffene, Behandelnde und die gesamte Gesellschaft entlastet. Entsprechend ist das Engagement für Patientensicherheit unverzichtbar, im Alltag und ganz besonders in Krisenzeiten, wie wir sie seit über einem Jahr erleben. Zugleich ist Aufklärung ein wichtiger Aspekt, dem wir hiermit auch nachkommen wollen.
 
Infektionsprävention am Beispiel der Geburtshilfe mit historischem Bezug
Beim Niesen oder Husten, auf der Toilette, beim Händeschütteln oder auch beim Einkaufen kommen unsere Finger permanent mit unterschiedlichsten Bakterien und Viren in Kontakt. Führen wir die Hände dann zu Nase und Mund, können diese Keime auf die Schleimhäute gelangen und Krankheiten auslösen. Bereits vor der Corona-Pandemie war deshalb regelmäßiges sowie gründliches Händewaschen wichtig und eine der Grundlehren aus der Kindheit, die von den Eltern vermittelt wurde. Im Krankenhaus kann diese einfache Hygienemaßnahme Leben retten, in dem sich Ärzte und Pflegekräfte vor und nach jedem einzelnen Patientenkontakt die Hände waschen und desinfizieren. So wird die Entstehung oder Übertragung von Infektionen vermieden – selbiges gilt auch für Besucher, die durch eine gründliche Handhygiene ihre Angehörigen sowie sich selbst schützen. Doch das diese selbstverständlichen Maßnahmen die Sicherheit der Patienten im Krankenhaus grundlegend erhöhen, ist leider noch nicht allen bekannt.
 
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts konnte der in Ungarn geborene Chirurg und Geburtshelfer Ignaz Semmelweis erstmals die Wichtigkeit des Händewaschens und der Desinfektion beweisen. Er setzte bei seinen Assistenten durch, dass nach dem Studium von Leichen im Anatomiesaal und vor Betreten der Wochenstation die Hände mit Wasser, Seife und Chlorkalk gründlich gereinigt wurden. Dieses – zu seinen Zeiten völlig unübliche – Vorgehen führte zu einer rund zehnfachen Verringerung des sogenannten Wochenbettfiebers. Hierbei handelt es sich um eine Infektion der Gebärmutter nach der Geburt, die damals oft einen tödlichen Ausgang nahm. Obwohl – der auch als „Retter der Mütter“ bezeichnete – Semmelweis den Zusammenhang zwischen Händedesinfektion und verringerter Müttersterblichkeit eindeutig beweisen konnte, dauerte es noch Jahrzehnte bis zur breiten Anerkennung seiner Forschungsergebnisse. Heutzutage gibt es in jedem Krankenhaus strenge und verbindliche Hygienevorschriften zum Schutz von Patienten, aber auch der Mitarbeiter. Das Waschen und Desinfizieren der Hände ist darin ein grundlegender Baustein.
 
Das Krankheitsbild der Sepsis
Was ist eine Sepsis überhaupt? Unter dem Begriff Sepsis versteht man ein lebensbedrohliches Multiorganversagen. Sie entsteht durch eine systemische Infektion, wobei nicht (allein) die Infektion die Gefahr darstellt, sondern (auch) die Immunreaktion des Körpers auf die Infektion. Häufig sind es Infektionen wie Lungenentzündung, Infekt der Harnwege oder Wundinfekte, die zu einer Sepsis führen können. Daher ist Sepsisprävention in erster Linie Infektprävention. Neben übergeordneten Voraussetzungen, wie regelmäßigen Reinigungsmaßnahmen aller Oberflächen mit Desinfektion, ist sauberes Arbeiten mit ordnungsgemäßer Händedesinfektion und in Zeiten von Corona adäquater persönlicher Schutzausrüstung, beispielsweise FFP2-Maske, ein wichtiger Baustein der Präventionsmaßnahmen. Zur Vermeidung von Lungenentzündungen hilft frühzeitige Mobilisierung, Atemtherapie und ggf. Inhalation, beispielsweise bei postoperativen thoraxchirurgischen Patienten. Hingegen sind Harnwegsinfekte die Folge eines gestörten Urinabflusses oder von Harnblasen-Kathetern (Fremdmaterial). Insofern wird bei anamnestischer, vorbefundlicher oder klinischer Auffälligkeit eine Ultraschalldiagnostik durchgeführt. Einliegende Harnblasendauerkatheter werden in ihrer Notwendigkeit täglich geprüft und schnellstmöglich entfernt. Sollten diese Katheter notwendig sein, wird während der Liegedauer eine regelmäßige Kontrolle der Lage und Katheterpflege durchgeführt. Selbiges gilt auch für andere (entfernbare) Fremdmaterialien (zentrale Katheter, Flexülen, etc), die täglich in der Notwendigkeit geprüft und schnellstmöglich entfernt werden. Wunden, egal ob postoperativ, akut (z. B. auftretende Hautverletzungen durch Anpralltraumata der Patienten) oder chronisch (z. B. Druckgeschwür, offenes Bein), bedürfen einer stadiengerechten Therapie und sauberen Wundversorgung mit regelmäßigen Kontrollen und Festlegung der weiteren Behandlung. Entsprechend ist eine gründiliche Schulung der Mitarbeiter zur Erkennung und dem richtigen Umgang bei den Infektionskrankheiten ein essentieller Schritt zur Minimierung der Infektionshäufigkeit und damit der Sepsisprävention.
 
Information über das Aktionsbündnis Patientensicherheit
Am Freitag, dem 17. September 2021 ruft das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. den 7. Internationalen Tag der Patientensicherheit aus. In diesem Jahr wird das Augenmerk auf die „Sicherer vom ersten Atemzug an" gerichtet. Bundesweit beteiligen sich zahlreiche Gesundheitseinrichtungen an dem Aktionstag, so auch das Heinrich-Braun-Klinikum sowie die Medizinischen Versorgungszentren der HBK-Poliklinik.
 
Weitere Informationen zum Aktionstag erhalten Sie hier: www.tag-der-patientensicherheit.de
 
Informationsmaterial für Patienten

 
Informationsmaterial für Mitarbeiter  


Ansprechpartner

Unternehmenskommunikation: 0375 51-2470


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