Blog des Heinrich-Braun-Klinikums

‚Fit und bissfest zur Geburt‘

12.09.2019

Oberarzt Uwe W. Schröter, Leiter der Geburtshilfe, und Zahnarzt Dr. med. dent. Gerhard Schmalz klärten am Abend des 6. September 2019 angehende Mütter über Sport, Ernährung und Mundgesundheit in der Schwangerschaft auf. Dabei erhielten Sie sportliche Unterstützung von Jennifer Riedel und Carolin Urban, den Inhaberinnen von FAMletic in Werdau.

Frauen, die ein Kind erwarten, beschäftigen viele Fragen. Worauf muss ich in der Schwangerschaft achten? Wie ernähre ich mich optimal? Welche Sportarten sind gut für mich? Was sollte ich lassen? Um den Wissensdurst der angehenden Mütter zu stillen wurde eine neue Informationsveranstaltung der Geburtshilfe des Heinrich-Braun-Klinikums ins Leben gerufen. ‚Fit und bissfest zur Geburt‘ klärt neben allgemeinen geburtshilflichen Themen, über die gesundheitlichen Aspekte auf, die werdende Mütter während und nach der Schwangerschaft bei sich sowie ihrem Schützling beachten müssen.

Unter der Fragestellung ‚Sport in der Schwangerschaft – sinnvoll oder gefährlich?‘ stieg Oberarzt Uwe W. Schröter in die spezielle Thematik ein. Dabei zeigte der Facharzt für Geburtshilfe viele Aspekte auf, die die sportliche Aktivität während der Schwangerschaft und in den Wochen nach der Entbindung bedingen. Grundlegend ist Sport eine gute Sache für den Körper der schwangeren Frau. Es bereitet die Frau auf die Geburt vor und zur Entbindung werden i. d. R. weniger Schmerzmittel benötigt. Es sollte darauf geachtet werden, dass die sportliche Aktivität ausgewogen ist. Auf Überbelastung, Kontaktsport und Sportarten mit Sturzgefahr, wie Reiten, sollte verzichtet werden. Hingegen sind Radfahren, Yoga und auch Schwimmen gut für den Körper der Schwangeren. Grade im Wasser kann sich der Körper regenerieren, da bedeutend weniger Eigengewicht getragen werden muss. „Eines ist dabei besonders wichtig, der Sport ersetzt nicht die Schwangerschaftsgymnastik, welche ich jeder werdenden Mutter anraten kann“, hält der Oberarzt fest. Wenn Warnzeichen eintreten, wie vaginale Blutungen, vorzeitige Wehentätigkeit, Abnahme der Kindsbewegung oder körperliche Schwächen bzw. Schmerzen sollte der Sport sofort eingestellt werden. Bei Krankheitsbilder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Nieren- oder Lungenerkrankungen oder wenn eine Mehrlingsschwangerschaft bekannt ist, sollte die Mutter ganz auf Sport verzichten. Diese und viele weitere Gesundheitsfakten stellte Oberarzt Schröter während des Vortrages vor. Zum Ende seines Vortragsteils wurde auf die sportliche Aktivität nach der Entbindung eingegangen. „Grade nach der Geburt bieten sich Beckenbodenübungen an, diese können bereits im Wochenbett durchgeführt werden, damit wird der Blasenschwäche im Alter vorgebeugt. Der sanfte Wiedereinstieg in die gewohnte sportliche Aktivität kann nach sechs bis acht Wochen ergriffen werden. Bei einer Entbindung mittels Kaiserschnitt ist dies nach rund zwölf Wochen möglich. Die volle sportliche Leistungsfähigkeit ist normalerweise nach sechs Monaten erreicht“, so Schröter.

Im zweiten Vortragsteil stellte Zahnarzt Dr. med. dent. Gerhard Schmalz, der seit neustem auch die Infoabend zum Thema Geburt begleitet, die Wichtigkeit der Mundgesundheit bei Schwangeren vor. „Entzündungen im Mund gefährden das ungeborene Kind, da Bakterien ins Blut der Mutter gelangen und ein unklares Risiko darstellen. Folge daraus können u. a. Frühgeburten sein“, so der Dentalmediziner. Um Entzündungen entgegenzuwirken, empfiehlt sich eine ausgewogene Zahnhygiene. Mittels fluoridierter Zahnpasta sollten die Zähne mindestens zweimal täglich gereinigt werden und abends ist es ratsam die Zahnzwischenräume mit speziellen Bürsten zu pflegen. Über die Schwangerschaft kann durch Probiotika mit dem Bakterium Lactobacillus reuteri die Mundgesundheit gefördert werden. Die Bakterienkulturen setzten sich am Zahn und Zahnfleisch fest und bilden einen natürlich Schutzfilm der es anderen Erregern erschwert diese Bereiche zu befallen. Womit die Mundgesundheit gefördert wird. „Neben der Prävention durch Fluorid und Probiotika sollten sich Schwangere im ersten sowie dritten Trimenon einer zahnärztlichen Kontrolle unterziehen. Zudem empfiehlt sich eine professionelle Zahnreinigung im zweiten Schwangerschaftsdrittel, um Entzündungen im Mundraum zu verhindern“, erläutert Dr. med. dent. Schmalz während des Vortrags. „Was vielen nicht bekannt ist, dass die neugeborenen Kinder analog zu den Voruntersuchungen bei Kinderarzt einen Zahnarzt aufsuchen sollten, um möglichen Zahnfehlstellungen oder anderen Erkrankungen im Mundraum vorzubeugen. Auch die Trinkflaschen der Kinder bürgen eine große Gefahr für die Milchzähne. Wenn süße Säfte zum Trinken gegeben werden, durchspült dieser zuckerhaltige Saft die oberen Schneidezähne was ein stark erhöhtes Kariesrisiko mit sich bringt“, hält der Zahnarzt fest.

Ebenfalls gingen die Mediziner auf die gesunde und ausgewogene Ernährung ein. Dabei lag der Fokus auf gut verträglichen Lebensmitteln für die Mutter sowie das ungeborene Kind. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse sowie Fisch und viel Folsäure, welche das Kind zum Wachstum benötigt. Ratsam ist es Spinat, Grünkohl und Erbsen zu sich zunehmen, da diese einen hohen Folsäuregehalt haben. Zudem sollte auf vorgeschnittene Lebensmittel und Rohkost, wie Sushi, Tartar, Rohmilch und -käse verzichtet werden, da diese Bakterien tragen, welche das ungeborene Kind schädigen können. Ein weiterer Rat von Oberarzt Schröter an die angehenden Mütter war: „Viel trinken! Eine schwangere Frau sollte mindesten zwei bis drei Liter Wasser am Tag zu sich nehmen, da nur so gewährleistet ist, dass das Kind im Mutterbauch gut versorgt wird und genügend Fruchtwasser vorhanden ist“. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten Jennifer Riedel und Carolin Urban von FAMletic noch ein paar sportliche Übungen vor, welche die angehenden Mütter umsetzten können und es konnten in offener Runde Fragen besprochen werden.


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