Großer Andrang beim Patiententag zum Thema "Hüfte"

06.11.2017

Über 120 Interessierte fanden am 4. November den Weg in die Zwickauer HBK-Kapelle, um sich über Hüftschmerzen und Gelenkersatz zu informieren. Die Klinik für Orthopädie hatte zum Patiententag geladen, um das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung vorzustellen und den Besuchern Möglichkeiten des Hüftgelenkersatzes zu erläutern.

Über 120 Interessierte fanden den Weg am Samstagvormittag ins HBK, um sich zu ...
Auch an den Ständen der Austeller herrschte großes Gedränge: Die Besucher ...
Aufmerksam verfolgten die Gäste die Vorträge in der Kapelle. Sie erfuhren ...
Bei einem Rundgang im OP demonstrierte Chefarzt Dr. med. Lutz Engelmann ...
Nicht nur zuhören, sondern auch anfassen war erlaubt: Besucher durften im OP ...
Eine OP-Schwester zeigte den Besuchern die Vielfalt des künstlichen ...

Bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn begrüßte die Klinik die ersten Besucher vor Ort. Die Teilnehmer konnten sich die Zeit bei einem Wissensquiz sowie an den Ausstellerständen der Firmen ImplanTec und Alippi vertreiben und Interessantes zu Implantaten und Hilfsmittel wie Toilettensitzerhöhung und Gehstützen erfahren. Gegen 10.00 Uhr eröffnete Dr. med. Lutz Engelmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, die Vortragsreihe. In drei informativen Referaten rund um das Thema Hüftgelenk erhielten die Anwesenden einen kurzen Abriss zur Geschichte der Hüftendoprothetik am HBK und bekamen einen Überblick über die operativen Versorgungsmöglichkeiten bei Hüftarthrose sowie die nichtchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten bei der Therapie von degenerativen Hüfterkrankungen. Im Anschluss hatten die Besucher auch die Möglichkeit, die Station der Klinik sowie einen Operationssaal zu besichtigen. In Gesprächen mit den anwesenden Ärzten konnten zahlreiche Fragen zu Klinikaufenthalt, Operationsverfahren und Nachsorge geklärt werden.

Klinik für Orthopädie ist Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung
Im ersten Vortrag informierte Chefarzt Dr. med. Lutz Engelmann über die Entstehung und historische Entwicklung der Klinik für Orthopädie in Zwickau. Die Klinik, die im Jahr 2012 auf eine erfolgreiche 100-jährige Geschichte am Standort Zwickau zurückblickte, hält heute eine Vielzahl konservativer, insbesondere jedoch operativer Techniken auf hohem medizinischem Niveau bereit. Im Dezember 2015 erhielt die Zwickauer Klinik das Gütesiegel „EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung“ und besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal im Umkreis von rund 45 km. „Um als solches Zentrum zertifiziert zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. So müssen u. a. mindestens zwei Senior-Hauptoperateure operieren und mindestens 200 endoprothetische Operationen im Jahr durchgeführt werden“, erklärt der Chefarzt.

Operative Behandlungsmöglichkeiten von Hüftarthrosen
Im zweiten Vortrag ging Dr. med. Björn Hofmann, Oberarzt der Klinik für Orthopädie auf die Behandlungsmöglichkeiten von Hüftarthrosen im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am HBK ein. Wenn Patienten über starke Schmerzen bei Drehbewegungen klagen, so ist das ein typisches Signal für eine Arthrose des Hüftgelenkes, also einen krankhaften Knorpelverschleiß der Hüfte. Wenn gelenkerhaltende Therapien keine Erfolge mehr versprechen, muss ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden, um Schmerzfreiheit und die Beweglichkeit wiederherzustellen. Darüber hinaus informierte der Oberarzt über die verschiedenen Arten der Implantate. „Es gibt nicht ‚die beste Prothese‘. Es gibt jedoch die ideale Prothese für jeden einzelnen Patienten“, erläutere der Oberarzt. Bei der Auswahl der Endoprothese spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, zum Beispiel das Alter oder ob es bereits Vorerkrankungen oder Operationen an dem Gelenk gab.

Nichtchirurgische Versorgungsmöglichkeiten
Im letzten Vortrag berichtete Chefarzt Dr. med. Lutz Engelmann über die nichtchirurgischen Versorgungsmöglichkeiten bei degenerativen Hüfterkrankungen. So können gelenkerhaltende Therapien, z. B. Knorpelzüchtung, Physiotherapie zur Muskelkräftigung, Nahrungsergänzungsmittel oder aber Schmerzmittel, vorerst den künstlichen Gelenkersatz verhindern. Wichtig ist, dass Hüfterkrankungen frühzeitig erkannt werden, um sie optimal zu behandeln. Deshalb erfolgt bereits bei Neugeborenen bzw. Säuglingen eine Untersuchung an den Hüftgelenken mittels Ultraschall, um Fehlbildungen oder Entwicklungsverzögerungen frühzeitig festzustellen.

Rundgang und Fragerunde
Im Anschluss an die Vorträge nutzten viele Besucher die Gelegenheit, einen Blick auf die orthopädische Station sowie in einen Operationssaal zu werfen. Im OP konnten sich die Interessierten selbst ein Bild von den verschiedenen Instrumenten und Implantaten machen. Chefarzt Dr. med. Engelmann stellte unter anderem die unterschiedlichen Hüftköpfe und Hüftpfannen vor sowie den Bohrer, mit dem der Knochen vorgebohrt wird, um das künstliche Gelenk einzusetzen. „Es war ein wirklich spannender und informativer Patiententag“, fasste eine Besucherin den Vormittag zusammen. „Wir haben einen guten Überblick erhalten und noch dazu eine Vielzahl an medizinischen Gerätschaften kennengelernt, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.“

Ansprechpartner