"Schüler übernehmen Station" und erhalten viel Lob von Patienten

06.04.2017

Für 18 angehende Gesundheits- und Krankenpfleger der Medizinischen Berufsfachschule dürfte der Ruhepuls in den letzten Tagen leicht erhöht gewesen sein. Galt es doch, in Vorbereitung auf die anstehenden Abschlussprüfungen die Abläufe einer Station am HBK zu organisieren und zu bewältigen – was sie mit Bravour gemeistert haben.

Die Auszubildende Lisa Lehmann stand Radio Zwickau Rede und Antwort zu Fragen ...
Die Klasse K14b in der Vorbereitung auf die Aktion 'Schüler übernehmen ...
Am Standort Kirchberg galt es für die Auszubildenden der K14b, die Station der ...
Für die Auszubildenden der K14a war das Schulprojekt eine wichtige Vorbereitung ...
Natürlich steht auch während des Schulprojektes die Patientensicherheit an ...
Planung und Ausführung aller Aufgaben auf der unfallchirurgischen Station lagen ...
Für die Schüler des 3. Lehrjahres der Medizinischen Berufsfachschule am Heinrich-Braun-Klinikum gehörten die letzten Tage vermutlich zu den aufregendsten ihrer bisherigen Ausbildung. In der nun schon achten Auflage des Projektes ‚Schüler übernehmen Station‘ waren die jungen Erwachsenen unter fachkompetenter Anleitung und Aufsicht eine Woche lang für den Stationsablauf im Früh-, Spät- und Nachtdienst verantwortlich – egal ob das morgendliche Waschen und Betten der Patienten oder Tätigkeiten wie Blutzuckermessen und die Planung und Begleitung der Visite. Die Auszubildenden zeigten schnell, dass sie in den vergangenen Jahren Vieles gelernt hatten und planten und erledigten anstehende Aufgaben routiniert und sicher, was nicht nur die Praxisanleiter, sondern auch die Patienten mit anerkennenden Worten honorierten. Für Radio Zwickau war die Aktion ein guter Grund, wieder einmal ins HBK zu kommen und die Schüler etwas unter die Lupe zu nehmen. Kein Wunder also, dass bei den Auszubildenden der Klasse K14a am Donnerstag, dem 30.03.2017, der Puls noch einmal besonders hoch gewesen sein dürfte. Am Ende meisterten die Interviewten Chris Pfleger und Lisa Lehmann auch diese Aufgabe auf Station souverän. Wie die Aktion ‚Schüler übernehmen Station‘ genau abgelaufen ist und sich für die Auszubildenden angefühlt hat, zeigen die nachfolgenden Berichte der Klassen K14a und K14b.

Ein Erlebnisbericht der Klasse K14b: Einblicke in die Aktion ‚Schüler übernehmen Station‘ vom 27. Februar bis 1. März, Station 03-B am HBK, Standort Kirchberg

Montagmorgen 6.00 Uhr, Station 03-B, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des HBK, Standort Kirchberg – gleich ist es soweit. Jeden Moment wird aus der unscheinbaren, herzförmigen Dose ein Los gezogen, um die heutige Stationsleitung für unsere Schülerstation zu ermitteln. Aufgeregt sind wir alle, denn keiner möchte freiwillig am ersten Tag die Führung übernehmen.

Nicht, dass wir uns nicht auf diese besondere Woche vorbereitet hätten. Ganz im Gegenteil. Der Dienstplan musste im Vorfeld von uns festgelegt und bis zur endgültigen Fassung einige Male überarbeitet werden. Wir informierten uns über die häufigsten Krankheitsbilder und Eingriffe der Orthopädie und natürlich über die dazugehörigen Pflegemaßnahmen. Auch im Unterricht des Themenbereiches 12 „In Teams zusammenarbeiten“ setzten wir uns unter anderem im Stuhlkreis zusammen und stimmten uns mental darauf ein, als Einheit zu agieren, um unsere Patienten optimal zu versorgen. Helfen sollte uns dabei eine gute Koordination, Kooperation und Kommunikation untereinander. Soweit die Theorie.

Vollkommen vorbereitet auf diese Situation fühlten wir uns dennoch nicht. Sicherlich, wir haben zweieinhalb Jahre Erfahrungen in der Praxis sammeln können. Der Stationsalltag ist uns nicht fremd und die groben Abläufe sind uns vertraut. Und dennoch – es ist die gleiche Situation, wie jahrelang von der Rücksitzbank die Eltern beim Autofahren zu beobachten, zu sehen, wie Hebel und Pedalen bedient werden, damit das Auto fährt, und dann in der ersten Fahrstunde plötzlich selbst das Lenkrad in den Händen zu halten und die Verantwortung dafür zu übernehmen, sicher am Zielort anzukommen. Daher sind an diesem ersten Morgen fünf Schüler von uns sichtlich erleichtert und die ausgeloste Stationsleitung wird in der späteren Reflexion zugeben, sich bei der Nennung ihres Namens „beinahe in die Hosen gemacht zu haben“.

Für derartige Entgleisungen der Körperfunktionen oder unsere Nervosität blieb jedoch keine Zeit. Die weiteren Aufgabenbereiche wurden schnell verteilt. Einer von uns würde die Verbände übernehmen, ein anderer die OP-Vorbereitung und die Zugänge, und den Übrigen von uns wurde die Verantwortung für jeweils einen Teil der Patientenzimmer übertragen. Dann ging es schon los. Wir übernahmen die morgendliche Versorgung der Patienten, die gewählte Stationsleitung begleitete die ärztliche Visite und die Verbände wurden noch vor dem Frühstück erneuert.

Schon bald stellten wir fest, dass es sehr viel besser lief, als erwartet. Natürlich mussten wir uns erst mit dem Tagesablauf und der Station vertraut machen. Bei Fragen standen uns aber die Schwestern von Station sowie unsere Praxisanleiterinnen Frau Süß und Frau Vogel jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn die eine oder andere Frage im Laufe der Woche bestimmt zum x-ten Mal gestellt wurde, verzweifelten sie nicht an uns und lieferten uns geduldig die endsprechende Antwort. Die Bilanz des ersten Tages fiel daher positiv aus. Auch im Vorfeld prophezeite Überstunden mussten wir nicht in Anspruch nehmen, sondern konnten pünktlich an den Spätdienst übergeben. Der musste sich nicht dem „mentalen Terror der Los-Dose“ aussetzen. Sie durften selbstbestimmt eine Stationsleitung für den Nachmittag festlegen.  

Bestärkt vom Erfolg des Vortages versuchten wir am 2. Tag einige von uns erdachte Änderungen in der Arbeitsaufteilung umzusetzen – mit eher durchwachsenem Ergebnis. Es mangelte irgendwie am Austausch von Informationen untereinander, wodurch es in manchen Momenten chaotischer zuging als gewünscht. Dennoch konnten wir wieder pünktlich an den folgenden Dienst übergeben. Richtig zufrieden waren wir dennoch nicht.

Die folgenden beiden Tage stellten uns noch mehr auf die Probe. Mit sieben Zugängen, die am Mittwoch aufgenommen und am Donnerstag für diverse operative Eingriffe vorbereitet werden mussten, stieg das Stresslevel deutlich und der Frühdienst schien bei den Dienstübergaben sichtlich abgekämpft. Auch im Spätdienst mussten noch Operationen nachbereitet werden und zur abendlichen Bettenrunde noch einmal alle Patienten ans Waschbecken mobilisiert werden. Es zeigte sich in diesen Tagen, dass trotz der im Vergleich zum regulären Stationsalltag überdurchschnittlichen personellen Besetzung die Arbeit teilweise kein Ende zu nehmen schien.

Die restlichen beiden Tage vergingen danach wie im Flug. Abläufe hatten sich eingeprägt, pflegerische Tätigkeiten und die Dokumentation gingen uns merklich leichter von der Hand. Endlich hatten wir uns eingelebt und da war auch schon das Ende abzusehen. Zum krönenden Abschluss gab es am Samstag noch ein letztes gemeinsames Frühstück, bevor mit der letzten Übergabe an den Spätdienst der Station das Projekt Schülerstation für uns zu Ende ging.

Als Fazit lässt sich Folgendes sagen: Durch die uns übertragene Verantwortung konnten wir unsere eigenen Grenzen auslotsen, unser Wissen durch neue Erfahrungen erweitern und beweisen, dass wir zu mehr in der Lage sind, als wir uns vielleicht selbst zugetraut hätten. Vielen Dank an die Pflegekräfte der Station 03-B in Kirchberg, die uns für eine Woche so herzlich aufgenommen haben, an Frau Vogel, die uns im Spätdienst zur Seite stand, und natürlich an Frau Süß, die alles organisiert hat. Es war eine einzigartige Erfahrung, die wir nie vergessen werden!

Eine Zusammenfassung der Aktion ‚Schüler übernehmen Station‘ der Klasse K14a vom 27. März bis 1. April, Station 04-2C am HBK, Standort Zwickau:

Im Zeitraum vom 27. März bis zum 1. April 2017 koordinierten die Auszubildenden der Fachrichtung Gesundheits- und Krankenpflege im 3. Lehrjahr die unfallchirurgische Station 04-2C. Eigenverantwortlich übernahmen sie unter Mithilfe von Pflegefachkräften der Station alle pflegerischen Tätigkeiten, die in diesem operativen Bereich notwendigen waren. Angefangen bei der Körperpflege von Patienten über Verbandswechsel bis hin zur selbstständigen Begleitung der ärztlichen Visite mussten alle Aufgaben durchgeführt werden. Die Schüler organisierten ihren Tagesablauf selbst und haben einen eigenen Dienstplan für die Projektwoche geschrieben. Für alle Schüler war es eine sehr gute Vorbereitung für die praktische Abschluss-prüfung, welche diesen Sommer ansteht. Das Projekt ‚Schüler übernehmen Station‘ kam bei den Patienten sehr gut an. Die Schüler erhielten viele positive Rückmeldungen von den Patienten und Angehörigen. Am Samstag, dem 1. April, wurde ein gemeinsames Abschlussfrühstück mit den Pflegefachkräften der Station und den Auszubildenden organisiert und die Projektwoche ausgewertet. Das Projekt war ein voller Erfolg und jeder Schüler konnte viele praktische Tätigkeiten üben, die ihm bei seiner Abschlussprüfung helfen.

Die K14a bedankt sich bei der Station und bei der zentralen Praxisanleitung, die uns sehr gut durch die Projektwoche begleitet haben!


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