Heinrich-Braun-Förderpreis geht an drei HBK-Preisträger

20.03.2017

Am Samstag, dem 18. März 2017 konnte die Medizinische Gesellschaft Zwickau in Kooperation mit dem Heinrich-Braun-Klinikum sowie der Kreisärztekammer Zwickau erstmalig gleich drei junge Mediziner des HBK mit dem Heinrich-Braun-Förderpreis auszeichnen. Einer der Preisträger überzeugte die Jury sogar schon zum zweiten Mal.

Dieses Jahr gab es gleich drei Preisträger aus dem Heinrich-Braun-Klinikum: ...
Zwickauer Ärzteball 2017; Foto: Krauß Event GmbH/Kristin Schmidt
Heinrich-Braun-Medaille
Zwei Kategorien – drei Preisträger: Die Entscheidung fiel der Bewertungsjury nicht leicht. Wie in den Vorjahren auch wurden wieder zahlreiche wissenschaftlich anspruchsvolle Arbeiten in beiden Kategorien eingereicht. Gleich drei HBK-Mitarbeiter konnten die Jury mit Ihren Arbeiten überzeugen und am Wochenende die begehrte Heinrich-Braun-Medaille mit nach Hause nehmen. Die Verleihung des Heinrich-Braun-Förderpreises für junge Mediziner ist seit 2010 Tradition auf dem Zwickauer Ärzteball. Seit 2015 werden zur Preisträgerermittlung alle eingereichten Beiträge in zwei Kategorien eingestuft. In der Gruppe „A“ finden sich beispielsweise Auskopplungen von Dissertationsschriften oder umfangreiche Studien wieder. Die Kennung „B“ erhalten kurze Abrisse wissenschaftlicher Arbeiten, medizinische Fallbeschreibungen oder Posterbeiträge. Damit wird dem prinzipiell unterschiedlichen Umfang und Charakter der eingereichten Arbeiten besser Rechnung getragen.  

Die Preisträger
Die erste der beiden Gewinner-Arbeiten in der Kategorie „A“ stammte von Frau Dr. med. Franziska Schlegel. Mit der aufwändig aufgearbeiteten Auskopplung ihrer Promotionsschrift zum Thema „Genetische Varianten im KLF14-Gen und deren Einfluss auf Dyslipidämien sowie Adipositas und Diabetes mellitus Typ2“ überzeugte die junge Assistenzärztin der Klinik für Hautkrankheiten und Allergologie am HBK die Jury. Die gebürtige Dresdnerin führte Untersuchungen zu Mutationen in der genetischen Struktur von mehr als 1.300 Probanden durch, die in ihrer Effektstärke oder durch multiple Veränderungen die Ausprägung von Fettstoffwechselstörungen beeinflussen. Durch die gewonnenen individuellen genetischen Profile soll im Zusammenspiel mit klinischen Daten und der Anamnese eine Interpretation des patienteneigenen Risikoprofils erleichtert werden. Die Preisrichter honorierten die hohe Bedeutung der gewonnenen Daten für die Allgemeinheit, da es sich bei Fettstoffwechselstörungen um eine Volkskrankheit handelt.

Die zweite ausgezeichnete Arbeit in der Kategorie „A“ wurde von Herrn Peter Rhone eingereicht. Der gebürtige Kanadier ist Assistenzarzt in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am HBK. Der verheiratete Familienvater ist der erste Mediziner, der die Jury gleich zweimal von seinen Arbeiten überzeugen konnte. Nachdem Rhone bereits 2015 mit einer Auskopplung aus seiner Promotionsarbeit Preisträger in der Kategorie „A“ war, überzeugte er in diesem Jahr mit einer speziellen App für Android-Geräte. Die eigenständig und anwenderfreundlich entwickelte Software „RaDonk“ ist eine radiobiologische Open-Source App, die Medizinern die Äquivalenzdosisumrechnung bei hyper- und hypofraktionierter Einzeldosisbestrahlung oder bei Änderungen der individuellen Wochenbestrahlungsdosis abnimmt. Nach Ansicht der Jury macht die weltweite Verbreitung von Android-Geräten, besonders auch in Entwicklungsländern, die freie Nutzbarkeit der App besonders wertvoll.

In der Kategorie „B“ wurden zwei Fallberichte zur „Therapie der Fournier’schen Gangrän“ des 33-jährigen MUDr. Pavel Zakrenicnyj prämiert. Der gebürtige Ukrainer ist seit Januar 2014 als Arzt in Weiterbildung für Viszeralchirurgie in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie mit Kinderchirurgie am Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Kirchberg, tätig. Die von Zakrenicnyj beschriebene Erkrankung ist eine fulminante Infektion im Leisten- und Genitalbereich mit meist komplikativem Verlauf, die auch heute noch eine unverändert hohe Letalitätsrate aufweist. Der junge Chirurg schilderte in seiner Abhandlung die Verläufe sehr detailliert und stellte einen Bezug zwischen Diagnostik und Therapie auf der Einen und den aktuellen Empfehlungen der Literatur auf der anderen Seite her.

Der Heinrich-Braun-Förderpreis
Die Medizinische Gesellschaft Zwickau vergibt gemeinsam mit dem Heinrich-Braun-Klinikum sowie der Kreisärztekammer Zwickau jährlich den Heinrich-Braun-Förderpreis. Dieser richtet sich vordergründig an junge Mediziner, die wissenschaftlich tätig sind. Zudem können Kollegen ausgezeichnet werden, die sich im besonderen Maße in der Medizinischen Fort- und Weiterbildung engagiert haben. Der Förderpreis ist mit insgesamt 2.000 € dotiert. Zusätzlich wird dem Preisträger neben einer Urkunde eine Medaille aus Meissener Porzellan mit dem Konterfei des Namensgebers Heinrich Braun ausgereicht. Die Beurteilung der bis zum 31.12.2016 eingereichten Arbeiten wurde von einer neunköpfigen Jury vorgenommen, bestehend aus Chefärzten des Heinrich-Braun-Klinikums und des DRK Krankenhaus Lichtenstein, Kollegen aus dem Bereich der niedergelassenen Ärzte und einem medizinischen Laien.


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