"Kramers Heilstätte" bei der Eröffnung 1900


Auf dem Weg zum 1. Kirchberger Krankenhaus

Die Stadt Kirchberg kann auf eine über 800-jährige Geschichte zurückblicken. Nach der Besiedelung um 1212 und der Bebauung mit der Kirche auf dem Berg – wodurch die Stadt ihren heutigen Namen trägt – nahm die Entwicklung eines Gesundheitswesens langsam Gestalt an. Bereits im Jahr 1317 gab es die erste namentliche Erwähnung von Badestuben. 1538 wurde erstmals das Bestehen eines Hospitals im Stadtbuch dokumentiert. Im Zuge der Entwicklung von Industrie, Handel und dem Ausbau von Verkehrsstrecken wurde die Notwendigkeit eines Krankenhauses deutlich. 1894 wurde dafür ein eigener Fonds eingerichtet. Die Spenden betrugen bereits im gleichen Jahr 21.000 Mark – jedoch kamen die Einzahlungen in den kommenden drei Jahren fast gänzlich zum Erliegen. Erst in Verbindung des 70. Geburtstags Seiner Majestät König Alberts, kam erneut Bewegung in die Stiftung. Mit einer großzügigen Spende des Wollhändlers und Landtagsabgeordneten, Hermann Kramer Senior, in Höhe von 45.000 Mark, konnte die Planung eines Krankenhauses zügig fortgesetzt werden. 122.000 Mark kamen letztlich zusammen und der erste Spatenstich erfolgte am 15. April 1899 auf dem erworbenen Grundstück in der Lengenfelder Straße. Am 31. August 1900 fand die feierliche Eröffnung des ersten Kirchberger Krankenhauses unter dem Namen „Kramers Heilstätte“ statt.


Eröffnung  „Kramers Heilstätte“ im Jahr 1900

Das Krankenhaus verfügte im Jahr 1900 über 16 Betten. Im ersten Jahrzehnt stiegen die Belegungszahlen stetig und das Krankenhaus erarbeitete sich in und um Kirchberg einen guten Ruf.

Den ersten Weltkrieg überstand das Krankenhaus unbeschadet, doch die allgemein schlechten Lebensbedingungen und die damit fehlenden finanziellen Mittel machten sich bei der Entwicklung des Krankenhauses bemerkbar.  Da diese fehlten, konnten keine Investitionen erfolgen. Die Bettenanzahl stieg nur langsam – zuerst auf 21 und später auf 27. Zudem machte sich die Inflationszeit stark bemerkbar. 1933 erhielt die Stadt Kirchberg staatliche Mittel und konnte daher zahlreiche Instandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten durchführen lassen. Einmal begonnen ging es Schlag auf Schlag. So wurden weitere Räume ausgebaut und die Bettenkapazität auf 37 erhöht. 

Nach dem Ende des zweiten Weltenkriegs war eine dringende Erweiterung des Krankenhauses notwendig. Zahlreiche Flüchtlinge, Heimkehrer und ehemalige Lazarettinsassen brachten Kramers Heilstätte an die Kapazitätsgrenzen. So wurde die Villa von Kurt Wolf in der Bahnhofsstraße zum Stadtkrankenhaus II, das Gefolgschaftshaus seines Betriebes zum Ambulatorium III und die großzügige Villa des Direktors der Kirchberger Textilwerke Paul Halbach zum Ambulatorium IV. Um weiteren Patienten in der Nachkriegszeit zu helfen, wurden alle denkbaren Räumlichkeiten umgestaltet, um weitere Betten aufstellen zu können.

Das Kirchberger Krankenhaus am alten Standort in der Lengenfelder Straße

Nachkriegsjahre

Die ersten Nachkriegsjahre waren wie in vielen Teilen Deutschlands nicht einfach – auch nicht in Kirchberg.  Trotz erschwerter Verhältnisse und Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung wurden die Räumlichkeiten des Krankenhauses erweitert. Am 1. Oktober 1950 feierte das Krankenhaus Kirchberg sein 50-jähriges Jubiläum. Der Rückblick auf 50 Jahre Krankenhaus war beachtlich.
Von einst 16 Betten waren diese auf 160 erweitert worden und mit der Infektionsstation und der Geburtshilfe Station kamen 30 weitere Betten hinzu. In den Folgejahren erhielt das Krankenhaus weitere Räumlichkeiten und modernisierte Großgeräte. Bis zum Jahr 1989 entwickelte sich das Krankenhaus zu einer Einheit aus Krankenaus, Poliklinik und Pflegeheim.


Nachwendejahre

1990 erfuhr auch das Kirchberger Krankenhaus wesentliche Veränderungen. So wurde das Pflegeheim zu einem eigenständigen Betrieb und die Ärzte der Poliklinik ließen sich in Privatpraxen nieder. Dank Partnerschaften und mit den Städten Sendenhorst und Groß-Umstadt erhielt das Krankenhaus großzügige Geschenke über moderne Medizintechnik. Doch trotz Modernisierung und zahlreicher Umbauten konnte das Krankenhaus mit der Technik und den Standards anderer Kliniken nicht mithalten. Daher wurde 1991 der Beschluss für einen Ersatzneubau des Krankenhauses festgesetzt. Nach Planung und suche eines Baugrundstücks, konnte am 11. Dezember 1992 die feierliche Grundsteinlegung am heutigen Standort erfolgen. Nach reichlich 1000 Tagen Bauzeit wurde der neu errichtete Krankenhausbau am 12. April 1996 übergeben.
Ersatzneubau des Kirchberger Krankenhauses in der Schneeberger Straße
Die Bauarbeiten schritten zügig voran
Nach reichlich 1.000 Tagen Bauzeit wurde der Krankenhausbau fertig gestellt


Nach der Jahrtausendwende

Der Standort Kirchberg wurde 2009 zum lokalen Traumantzwerk zertifiziert und erfüllt alle Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Die Aufgabe des lokalen Traumazentrums besteht in der Akutbehandlung lebensbedrohender Verletzungszustände und der Sicherung der Transportfähigkeit in das nächste regionale/überregionale Traumazentrum. Durch die wiederholte Zertifizierung im Jahr 2013 sichert der Standort auch weiterhin eine schnelle Erstversorgung von Schwerstverletzten.

Um weiterhin eine umfangreiche Versorgung zu garantieren, beschlossen die Träger der Kliniken 2012 die Fusionierung des Kreiskrankenhaus Kirchberg GmbH (KKH) und des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau gemeinnützige GmbH (HBK). Im Zuge dessen firmierten sich die Kliniken zum Heinrich-Braun-Klinikum gemeinnützige GmbH um. Seither trägt das HBK an den Standorten Kirchberg und Zwickau zur bestmöglichen und modernen medizinischen Versorgung bei und sichert eine zuverlässige und wohnortnahe Krankenhausversorgung für die Bevölkerung der Region.

Mit der Gründung der Klinik für Minimalinvasive Viszeralchirurgie und Proktologie 2013 wurde das Leistungsspektrum in der Akutversorgung weiter ausgebaut und sichert am Standort eine umfangreiche medizinische Versorgung bei Erkrankungen des Bauchraums, der Schilddrüse und des Weichgewebes. Damit einhergehend wurde ein Adipositasnetzwerk geschaffen, das Betroffenen eine umfangreiche Beratung und Betreuung sowie mögliche Behandlungsmaßnahmen bei diesem Erkrankungsbild anbietet.

Durch die Neugründung der Klinik für Neurorehabilitation schließt das HBK am Standort Kirchberg eine große Versorgungslücke im Raum Westsachsen. Zukünftig können Patienten versorgt werden, die nach einer Akutbehandlung – z. B. auf der Schlaganfallstation am Standort Zwickau – in die Rehabilitationsphase eintreten, unter Umständen aber noch intensivmedizinischer Betreuung bedürfen.

Bereits seit 1992 trägt das HBK den Titel Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig. 2014 wurde das Heinrich-Braun-Klinikum gemeinnützige GmbH ebenfalls zum Akademischen Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena ernannt. Neben Studenten aus Leipzig können nun auch Jenaer Medizinstudenten ihre praktische Ausbildung nach der Approbationsordnung für Ärzte am HBK erhalten.

Auch in Zukunft legen wir ein hohes Maß an eine moderne medizinische und wohnortnahe Versorgung für die Bevölkerung unserer Region.
Standort Kirchberg
Heinrich-Braun-Klinikum gemeinnützige GmbH
Lokales Traumazentrum Kirchberg