Die alte und neue Poliklinik am Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau


Die Geschichte der Polikliniken

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und der Spaltung Deutschlands in zwei wirtschaftlich voneinander unabhängige Staaten, strebte die Gesundheitspolitik der DDR nach einem rein staatlichen System dem sowjetischen Vorbild entsprechend. Hier gab es für frei praktizierende Ärzte keinen Platz. Die Rahmenbedingungen für frei praktizierende Ärzte wurden systematisch verschlechtert und neue Niederlassungen erschwert. Ärztekammern und kassenärztliche Vereinigungen wurden aufgelöst. Die ambulante ärztliche Versorgung sollte ausschließlich in so genannten Polikliniken und in Ambulatorien stattfinden, die meist einem Krankenhaus oder einem Betrieb angeschlossen waren. Die Folgen lassen sich an Zahlen ablesen: Im Jahr 1955 waren noch 42 % der Ärzte und Zahnärzte frei praktizierend, im Jahr 1989 waren es weniger als 2 %. Hinzu kam, dass die Vergütung im Vergleich zu anderen Bereichen – wie z.B. dem Bergbau – eher gering war und demnach keine Motivation darstellte, diesen Beruf in der DDR auszuüben. Als Folge dieser Politik wanderten viele Ärzte in den Westen ab. Im Jahr 1989 gab es in der DDR über 1.000 Polikliniken, die an Krankenhäuser, Universitätskliniken und Betriebe angegliedert waren.


Das System Poliklinik nach 1989

Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1989 musste sich das Gesundheitssystem der DDR an die Gegebenheiten der BRD anpassen. Polikliniken wurden kurzum von allen Aufgaben im Gesundheitssystem ausgeschlossen, obwohl der Gedanke der Vernetzung ambulanter und stationärer Strukturen zweifellos ausgezeichnet war. Nach einigen Jahren ohne Polikliniken traten zunehmend Mängel in der ambulanten ärztlichen Versorgung auf. Bereits im Oktober 2002 sagte Ulla Schmidt, von 2001 bis 2009 Bundesministerin für Gesundheit: „Die Einführung Medizinischer Versorgungszentren ist das Goldkorn der Gesundheitsreform."
Die Bundesregierung entschied kurze Zeit später mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG), dass sich ab dem 01.01.2004 die Krankenhäuser wieder mittels Medizinischer Versorgungszentren an der ambulanten Versorgung beteiligen dürfen. Ausgangspunkt für die Entwicklung der neuen Organisationsform waren die Polikliniken aus der DDR, welche auf die aktuelle Versorgungssituation ausgerichtet wurden.


Die Geschichte der Polikliniken und Etablierung der Medizinischen Versorgungszentren am Heinrich-Braun-Klinikum

Bereits am 9. Mai 1962 wurde erstmals eine Poliklinik auf dem Gelände des damaligen Heinrich-Braun-Bezirkskrankenhauses eröffnet. In dem heute noch existierenden Gebäude Ärztehaus I begann die ambulante Versorgung der Zwickauer Bevölkerung. Mit dem Einigungsvertrag von 1990 wurde die Niederlassung freier Arztpraxen gefördert und die Polikliniken von der vertragsärztlichen Versorgung ausgeschlossen. Im Rahmen einer Umstrukturierung nahmen in den Folgejahren private Arztpraxen im Gebäude der Poliklinik ihre Arbeit auf.

Gemäß der Gesetzesnovellierung im Jahr 2004 und aufgrund zunehmenden Ärztemangels in der Region Zwickau wurde zum 1. Juli 2007 das erste Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) als Betriebsbestandteil des Heinrich-Braun-Krankenhauses, Städtisches Klinikum eröffnet. Nach formeller Privatisierung und Umbenennung in das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau gemeinnützige GmbH wurde es notwendig, das MVZ in eine eigene Trägerschaft zu überführen. Daraus folgend wurde am 26. September 2008 die HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH gegründet. Um den erforderlichen Platz zu schaffen, wurde zunächst das Ärztehaus I in den Jahren 2007 bis 2011 umfassend saniert. 
 
Der Bedarf an Praxisflächen stieg rasch und somit wurde am Zwickauer Standort das neue Ärztehaus II erbaut, welches am 18.07.2012 feierlich eröffnet wurde. Eine Erweiterung erfolgte 2012, als die Kleinertz-Health-Rent GmbH als Trägergesellschaft des MVZ Polimed mit 5 Arztpraxen übernommen und zur HBK-Polimed gemeinnützigen GmbH umfirmiert wurde. Ein weiterer Ausbau der ambulanten Versorgung erfolgte durch die Gründung des MVZ Poliklinik Crimmitschau im Oktober 2012. In den vergangenen Jahren wuchs das Versorgungszentrum in Crimmitschau stetig und umfasst nun fünf Fachrichtungen.
Mit dem Jahr 2014 hat die HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH in Kirchberg ihr erstes Medizinisches Versorgungszentrum gegründet. Eine Erweiterung erfolgte gleich zum 19.01.2015, als das MVZ Poliklinik am Borberg nach umfangreichem Ausbau der Praxisräume feierlich eröffnet wurde.
Im Stadtgebiet Zwickau wurde zu Beginn des Jahres 2016 das MVZ Poliklinik am Schwanenteich eröffnet. Mit einer Praxis für Kinder- und Jugendmedizin sowie einer Praxis für Orthopädie und Chirurgie wird nun eine zentrumsnahe Versorgung sichergestellt.

Bis zum Jahr 2016 wurden neben der HBK-Polimed gemeinnützigen GmbH insgesamt sieben Medizinische Versorgungszentren mit über 40 Arztpraxen unter der Trägerschaft der HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH gegründet. Damit bietet das MVZ eine umfangreiche, wohnortnahe und ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Auch im Jahr 2017 konnte die ambulante Versorgung der Zwickauer Bevölkerung, aber auch der Menschen aus dem Umland weiter ausgebaut werden. Die Gründung des MVZ am Volksbad in Kirchberg am 03.07.2017 mit einer hausärztlichen und einer orthopädischen Praxis sowie die Eingliederung der hausärztlichen Praxis in der Schillerstraße in Kirchberg als Nebenbetriebsstätte des MVZ am Schwanenteich bilden wichtige Meilensteine in der  Entwicklung der HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH.

Aus organisatorischen Gründen wurde am 01.01.2017 die HBK-Polimed gemeinnützige GmbH in die HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH verschmolzen, sodass alle acht Medizinischen Versorgungszentren mit über 40 Arztpraxen nun einem Träger angehören.

Für die kommenden Monate bzw. Jahre sind weitere MVZ-Gründungen geplant sowie der kräftig voranschreitende Bau des MVZ am Neumarkt. Das Ärztehaus entsteht auf dem früheren Gelände der Puschkinschule und wird mehrere Praxen unterschiedlicher Fachrichtungen beherbergen. Neben den bereits existierenden Medizinischen Versorgungszentren bietet es in Zukunft einen Anlaufpunkt für unsere Patienten im Zentrum der Stadt Zwickau.

Somit wird die HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH pünktlich zu ihrem 10-jährigen Bestehen im Jahr 2018 in zehn Medizinischen Versorgungszentren unseren Patientinnen und Patienten bei allen gesundheitlichen Fragen zur Verfügung stehen und eine umfangreiche, wohnortnahe und moderne ambulante medizinische Versorgung bieten.

Im Überblick: die MVZ der HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH, Stand Juni 2017

(Für die vollständige Ansicht Karte bitte anklicken)