HBK versorgte im Rahmen der Landeskatastrophenschutzübung zahlreiche infektiöse Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden

02.11.2016

Das HBK versorgte im Rahmen der Landeskatastrophenschutzübung am 29.10.2016 ...
Bei den Mitarbeiterinnen am Servicepunkt im Haus 4 sowie der ...
Die Vorbereitungen laufen - Pflegepersonal und Ärzte stehen für den ...
Vor dem Eintreffen der ersten Patienten gibt es Einiges abzusprechen.
Checklisten und Handlungsanweisungen werden an Ärzte, Pflegepersonal, ...
Das so genannte "MANV-Lager" wird ausgeräumt und die Fahrzeughalle auf dem ...
Bei den Vorbereitungen im Triage-Zelt schauen die Übungsbeobachter genau hin.
Der Leitende Arzt koordiniert in dieser Notfallsituation die Abläufe. Auch für ...
Posten leiten die Besucherströme auf die Parkplätze außerhalb des ...
Mit Blaulicht und Polizeieskorte werden die Übungspatienten aus Werdau ins HBK ...
Ankunft der ersten Krankentransportwagen-Kolonne an der Rettungsstelle.
Der erste Patient kommt in die Obhut des Heinrich-Braun-Klinikums.
Für das gesamte Personal ist auch während der Übung der Eigentschutz ...
Im Triage-Zelt erfolgt die Sichtung und Aufnahme der infektiösen Patienten.
Patienten mit einem schlechteren Gesundheitszustand werden aus dem Triage-Zelt ...
Der Leitende Arzt hat die Ankunft und Verteilung der Patienten stets im Blick.
Im Aufwachraum des Operativen Zentrums werden die schwer erkrankten Patienten ...
Auch die Presse sowie Vertreter von Behörden und Organisationen mit ...
Im Durchschnitt wurde alle 7 Minuten ein Patient eingeliefert, gesichtet, ...
Ärzte und Pflegekräfte betreuen Patienten mit nur geringen Beschwerden in der ...
Die Fahrzeughalle des Haustransportes bietet im Großschadensfall viel Platz ...
Am Samstag, dem 29. Oktober 2016, fand die von der Landesdirektion Sachsen vorbereitete Landeskatastrophenschutzübung „AKUT 2016“ statt. An der Übung beteiligte sich auch das Heinrich-Braun-Klinikum am Standort Zwickau. Innerhalb kürzester Zeit mussten im HBK zahlreiche Patienten mit Infektionsverdacht versorgt werden.

Übungsziel am Heinrich-Braun-Klinikum war es, die internen Abläufe bei einem Massenanfall von hochinfektiösen Patienten auf den Prüfstand zu stellen und ggf. weiter zu optimieren, um auch im Ernstfall entsprechend gewappnet zu sein. Handlungsanweisungen und Checklisten gaben dabei vor, wann welcher Bereich wie reagieren muss. „Das HBK hat sich im Rahmen der Übung gut präsentiert“, erklärte Dr. med. Stefan Merkelbach, Ärztlicher Direktor des Heinrich-Braun-Klinikums. „Es zeigte mir, dass bei einem tatsächlichen Notfall eine hohe Bereitschaft besteht, in derartigen Katastrophenszenarios helfend mitzuarbeiten. Insgesamt waren 45 HBK-Mitarbeiter in das Übungsszenario einbezogen. Der Normalbetrieb wurde durch die Übung nicht beeinträchtigt.

Das Übungsszenario
Laut vorgegebenem Übungsszenario war davon auszugehen, dass eine starke Grippewelle ganz Sachsen erfasst hat. Dabei war eine außergewöhnlich hohe Rate schwerer und stationär zu behandelnder Krankheitsverläufe zu verzeichnen. Die Krankenhäuser im Freistaat waren deshalb ausgelastet und arbeiteten bereits seit mehreren Wochen am Leistungslimit. In dieser Situation wurde eine Sportveranstaltung im Chemnitzer Sportforum durch das plötzliche und massenhafte Auftreten von Magen-Darm-Infekten gestört. Sportler waren in großer Zahl von Brechdurchfall, verbunden mit Übelkeit, Schwäche und den durch Flüssigkeitsverlust verursachten Kreislaufproblemen geplagt. Die zunächst nicht betroffenen Teams aus den Landkreisen Zwickau und dem Leipziger Land reisten in dieser Situation mit Bussen vorzeitig ab. Auf ihrer Rückreise verschlechterte sich für die meisten der Teilnehmer jedoch der Gesundheitszustand so schnell und so stark, dass die Busse zur Versorgung der Kranken die Rückreise unterbrechen mussten. Die Teilnehmer aus der Region Zwickau wurden zunächst nach Werdau gebracht. Am Landratsamt Werdau erfolgte die Primärversorgung in einem Behandlungsplatz 50 (mehrere Zelte) durch die Einsatzzüge des Landkreises Zwickau sowie einem Einsatzzug des Landkreises Vogtland. Anschließend wurden die erstversorgten und kategorisierten Patienten mit Polizeieskorte zur klinischen Versorgung ins Heinrich-Braun-Klinikum nach Zwickau verbracht.

Was passierte am Heinrich-Braun-Klinikum?
Kurz nach 8.00 Uhr klingelte das Telefon. Ein Anruf aus Werdau informierte die Rettungsstelle des HBK, dass es zu einem Massenanfall von ungefähr 35 Infektionsverdächtigen ¬gekommen ist. Nach diesem Anruf musste alles schnell gehen. Die Meldung wurde an den diensthabenden Anästhesisten weitergegeben, der in der Funktion als Leitender Arzt in dieser Notfallsituation für die weitere Koordination zuständig ist. Für die Triage, d. h. für die erneute Sichtung im Klinikum wurde in nur zehn Minuten ein Zelt vor der Rettungsstelle am Haus 4 errichtet. Über den Servicepunkt wurden das Gesundheitsamt sowie alle Bereiche des Klinikums und die Krankenhauseinsatzleitung informiert. Im weiteren Übungsplan wurden Alarmierungspläne des HBK telefonisch abgefragt und bestätigt, dass weiteres ärztliches und pflegerisches Personal für die Versorgung außerdienstplanmäßig zur Verfügung steht. Besonders wichtig im Fall von infektiösen Erkrankungen ist der Eigenschutz und damit das Arbeiten mit persönlicher Schutzkleidung. Auch die Ansteckung von weiteren Patienten muss unterbunden werden, weshalb für die Weiterbehandlung eine räumliche Isolierung der Erkrankten sowie das Absperren des Behandlungsbereiches notwendig ist. Für Patienten, die nur geringe Beschwerden aufweisen, wurden isolierfähige Gebäude auf dem Klinikgelände vorbereitet. Patienten mit einem schlechteren Gesundheitszustand sollen im isolierten Aufwachraum des Operativen Zentrums im Haus 4 betreut werden. Eingerichtete Posten organisierten eine kontrollierte Zu- und Abfahrt an der Rettungsstelle und sorgten dafür, dass keine Patienten oder Angehörige in Bereiche gelangen, in denen die Infektiösen behandelt werden. Gegen 9.00 Uhr teilte das HBK den Verantwortlichen in Werdau die Einsatzbereitschaft mit. Um 10.25 Uhr trafen die ersten Patienten des Übungsszenarios im Klinikum ein. Innerhalb von zwei Stunden wurden die Patienten im Triage-Zelt untersucht und anschließend je nach Gesundheitszustand in die vorbereitete Fahrzeughalle bzw. in den Aufwachraum verbracht und dort weiter versorgt.

Insgesamt 900 Einsatzkräfte übten am vergangenen Samstag die medizinische Erstversorgung einer großen Zahl plötzlich erkrankter Menschen. In die Übung einbezogen waren neben dem Heinrich-Braun-Klinikum am Standort Zwickau das Klinikum Chemnitz sowie die Sana Kliniken Leipziger Land. Zudem waren die Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden der Stadt Chemnitz, der Landkreise Zwickau und Leipziger Land und die Katastrophenschutzeinheiten des Freistaates Sachsen sowie Kräfte der Landes- und Bundespolizei, der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und der Bundeswehr beteiligt.